Tag 29 – 22. Etappe: Pichelssee – Berlin


Nach unserer letzten Nacht im Wohnmobil, folgt die letzte Etappe unserer CleanUp Tour nach Berlin. Wir haben gut geschlafen, sind gut gelaunt und ziemlich aufgeregt. Wir hoffen, dass uns viele Menschen auf dem letzten Stück begleiten werden und sind gespannt was uns sonst noch alles erwartet.
Um kurz nach 8 Uhr ist auch das Filmteam da, um uns ein letztes Mal zu begleiten. Die Stimmung ist im positiven Sinne angespannt und alle sind voller Vorfreude. Heute checkt Stephan alles doppelt, um ja nichts zu vergessen, denn der Zeitplan ist eng. Auf den letzten 15 Kilometern muss er durch 3 Schleusen. Das kann schnell gehen, oder aber dauern, denn die Berufsschifffahrt hat immer Vorrang. Ein weiteres Risiko besteht darin, überhaupt geschleust zu werden. Müsste er die Schleusen umtragen, würde das den gesamten Zeitplan umwerfen. Denn ab 13 Uhr startet das CleanUp Event im Urbanhafen mit den Freiwilligen. Viel Zeit bleibt ihm also nicht und er macht sich um kurz vor 9 auf den Weg.
In der Zwischenzeit fährt Franziska nach Berlin und koordiniert die Vorbereitungen für das CleanUp Event. Ein Stromaggregat muss eingesammelt, Boote müssen abgeholt und abgeladen, die Anmeldung aufgebaut und Müllsammelutensilien vorbereitet werden. Die Zeit rennt und bald sind die ersten freiwilligen Rivercleaner da. Zum Glück packen sie direkt ordentlich mit an, denn bei so vielen Booten sind viele helfende Hände unverzichtbar. Kurz vor Stephans Ankunft ist dann alles bereit und es kann los gehen.
Die Freude und Erleichterung über den tollen Empfang am Ufer des Urbanshafens ist ihm deutlich anzusehen. Er ist nicht allein. Viele sind gekommen, um die letzten Kilometer mit ihm zu paddeln, Müll zu sammeln und gemeinsam ein Zeichen für saubere Flüsse und Meere zu setzen. An manchen Booten sind Banner befestigt, die auf die Dringlichkeit der Problematik hinweisen, außerdem gibt es Musik und viel positive Energie. Alle Anwesenden möchten etwas bewegen und einen positiven Beitrag leisten.
Weltmeister Conrad Scheibner vom Team Kunststoff und Dominik Dobrowolski, der im Rahmen seiner Recycling Rejs extra von Breslau nach Berlin paddelte, um uns zu unterstützen, waren ebenfalls vor Ort und zeigten großen Einsatz.
Von der Wasserschutzpolizei eskortiert, paddelten die Rivercleaner bis zum Holzmarkt 25 und reinigen den Flussabschnitt des Landwehrkanals und der Spree von Plastikmüll. Für uns ein ganz besonderer Moment, der sich tief eingebrannt hat. Denn auf diesem letzten Abschnitt haben wir das erste Mal so richtig realisiert, was wir in den letzten 30 Tagen alles geschafft haben und dass wir am Ziel angekommen sind.
Was vor einem Dreivierteljahr noch eine verrückte Idee zu sein schien, ist Wirklichkeit geworden. Wir haben es geschafft! Wir sind 750 km nach Berlin gepaddelt. Aber noch viel wichtiger ist, dass wir auf dem Weg hierher viele tolle Menschen getroffen haben, die unsere Mission von sauberen Flüssen und Meeren weitertragen und uns unterstützen. Ingesamt konnten wir im Rahmen der gesamten Tour mit der Unterstützung der zahlreichen Freiwilligen mehr als 45.000 Liter Plastikmüll aus deutschen Gewässern sammeln. Dafür sind wir sehr dankbar.
Im Anschluss an den freudigen Empfang im Holzmarkt 25 gab es noch einen Vortrag und die ersten Besucher der Fotokunstausstellung. Die Freude stand jedem von uns ins Gesicht geschrieben, um lange zu Feiern, waren wir aber alle viel zu erschöpft. Und außerdem wartet am nächsten Tag ja noch die offizielle Eröffnung der Kunstausstellung auf uns. Ganz vorbei ist die Tour also noch nicht.  Für den Moment fallen wir erstmal glücklich und zufrieden in unsere Betten.

Wir danken Mahlow Media für die Unterstützung auf dieser letzten Etappe.