Tag 4: Rotkehlchen, gekreuze und kurioses


Wir haben die Nacht auf dem Waldcampingplatz in Dünnwald verbracht und frühstücken unser Müsli. Die Sonne kommt raus und es sieht wirklich vielversprechend aus. Plötzlich setzt sich ein kleines Rotkehlchen neben mich und ich zücke die Kamera, mache in aller Ruhe mein Bild. Es bleibt noch ein Weile, zieht dann aber weiter.

Auch wir packen unser Zeug und starten an den Rhein.
Heute geht es alleine weiter, leider passt es bei den meisten Anfragen nicht zusammen. Gerne würden mehr Paddler sich anschließen, doch auch mein Freund Andre bekommt nicht früher frei. Er meldet sich und meint, ich solle im Bootshaus vorbeischauen, doch bin ich schon um 13.00 Uhr da, und so müsste ich 3 Std. warten. Es fällt mir nicht leicht, doch will ich auch mein Ziel „Nordsee“ bis nächste Woche erreichen. Aber aufgeschoben ist ja nicht…

Der Streckenabschnitt hat viele Kurven und so wird es ein ewiges Gekreuze, um der Schifffahrt aus dem Weg zu gehen. Oft sind die Kurven nicht gut einsehbar und ich gehe auf Nummer sicher. Zwischendurch mache ich einen Stopp und finde mal wieder Wattestäbchen, 5 Stück direkt vor meiner Nase, Plastiksäcke und Autoreifen. Es ist einfach überall, nicht immer so komprimiert wie in anderen Ländern, aber für unseren Bildungsdurchschnitt ganz schön schwach.

Es geht weiter, vorbei an den Chemiewerken mit all den Schornsteinen und Rohrlabyrinthen. Da entdecke ich mitten auf dem Rhein ein kleines Piratenfloß mit einer Flaschenpost. Das muss ich mir ansehen und rette es vor dem nächsten Talfahrer. Wer das Floss gebaut hat und wer die Nachricht verfasst hat, bleibt mein Geheimnis, vorerst 😉 Werde auf jeden Fall antworten! Ich lasse es wieder auf den Rhein und hoffe, dass es noch viele Menschen erfreut.

In Düsseldorf angekommen, melde ich mich bei Anja. Wir machen einen Treffpunkt aus und ich werde bei Kilometer 749 abgeholt. Hier ist ein Campingplatz direkt vor Ort – super denken wir und gehen zur Rezeption, aber keiner da. Anja klingelt per Telefon an und bekommt sofort Rückmeldung vom Chef:
Hallo Campingplatz – ich komme! Da kommt er auch schon mit seinem Rasenmäher angetuckert.
der Chef: 2 Personen – 1 Fahrzeug – 1 Boot
Anja: haben sie auch WLAN?
Chef: WLAN hamme mir auch, dat kostet aber extra,…. Muss ich, komm mach 30 Euro!
Anja: Dafür brauch ich aber eine Quittung!
Chef: All die Extras, da wär ich besser auf meinem Trekker geblieben!! Wat braucht ihr noch?
Ich: Klo und warme Dusche
Chef: Duschen kostet extra! Et gibt aber auch noch ein andere Campingplatz.
Ich: willst du uns nicht?
Chef: Bei dem ist alles inklusive,.. auch WLAN.
Da mach, wir fahren zum anderen.

10 Kilometer weiter finden wir einen wirklich schicken Platz direkt am Rhein.
Wir melden uns an, bekommen ein Begleitfahrzeug zu unserem Platz – Bitte Folgen!
Der Besitzer kommt aus Kettig! Is nicht war, oder… ein MYK’ler… Ich werd verrückt.
Super netter Typ und wir unterhalten uns und machen unser Lager klar.

Der Abend ist wie immer, erstmal was warmes essen, Mails checken, Bilder hochladen und eine schöne warme Dusche. Heute geht es mal etwas früher ins Bett. Ohh… halb elf… In diesem Sinne – Gute Nacht an euch, bis Morgen.

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