Tag 9: Ahoi Kapitän, ich hab Puls!


In Ochten geht es heute auf`s Wasser und kaum bin ich auf der Waal, kommt der Wind voll von der Seite. Es versetzt mir den Bug und ich versuche Kurs zu halten. Wenn das so weiter geht, schaffe ich keine 10 Kilometer. Glücklicherweise zieht das Unwetter mit starkem Regen genau so schnell ab, wie es gekommen ist.

Der Wind lässt nach und meine Stimmung steigt. Als ich an Tiel vorbeifahre, wo gestern wohl ein riesiges Volksfest stattfand, bauen die Techniker hektisch ihre Bühnenteile ab. Was das wohl zu bedeuten hat?
Die nächste Schlechtwetterfront zieht auf, wieder starker Wind, dieses mal aber von vorne. Einfach paddeln, denke ich mir, und bloß nicht ans Ufer schauen. Sonst bekommt man schnell das Gefühl, 500 Paddelschläge für 50 Meter machen zu müssen!

Zwischendurch zeigt sich auch mal wieder die Sonne, der Wind lässt etwas nach und ein Storch zieht seine Kreise über mir – Glücklicherweise ist es kein Geier.

Vorbei an den zahlreichen Krippen, an denen fast überall gebaggert wird.
Der Krach ist Kilometerweit zu hören und man bekommt das Gefühl, in einer Baustelle zu paddeln. Zwischendurch fahren Binnenschiffe mit Sand nah ans Ufer, und ich muss immer wieder weit drumherum fahren, um dem Sog und Ruderstrahl auszuweichen. Der Schiffsverkehr nimmt ebenfalls deutlich zu und erfordert zunehmende Aufmerksamkeit. Als plötzliche eine Sirene aufheult und ich zusammenzucke, kommt von rechts ein kleines Schiff aus einem Seitenarm gefahren. Durch den hohen Uferbereich kann ich es erst im letzten Moment entdecken und der Kapitän winkt mir nett zu. Wenn der wüsste, dass er mich gerade zu Tode erschrocken hat! So reite ich die hohen Wellen ab, die er gerade produziert und fahre erst mal rechts ran, um meinen Puls wieder auf Normalzustand zu bringen! Kurz vor Haaften nimmt der Wind stetig zu und ich kämpfe mich an unseren vereinbarten Treffpunkt. In der Ferne zieht die nächste Unwetterfront heran, und der Himmel wird tiefschwarz. Das Boot ist auf dem Dach, die nassen Klamotten gegen trockene getauscht, da schüttet es aus Eimern. Ich stehe unter dem Kofferraumdeckel und freue mich gerade zum ersten Mal darüber, dass der Wind von vorne kommt 😉

O.k. 30 Kilometer – immerhin!
Wir suchen uns einen Campingplatz in der Nähe, und unser Navi lässt uns im Regen stehen. Mmmhh hier ist nix! Nächste Adresse und so landen wir auf einem sehr kleinen, aber gepflegtem Platz inmitten kleiner Häuschen.
Wir bauen mal wieder unser Lager auf, ziehen das Trab mit ans Auto und schaffen es gerade noch, bis ein Gewitter einsetzt! Der Wind wird heftig, der Regen fällt quer und ich checke im Minutentakt den Wetterbericht für Morgen.

Der sieht nicht so gut aus, gemeldet sind aktuell Böen mit 65km/h // 8 Bft. Und ich habe Sorge, dass ich nicht fahren kann. Gewittern soll es aber vorerst nicht mehr. Mal sehen was der morgige Tag so bringt.

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