Tag 10 – 6. Etappe: Herne – Münster


Heute steht Stephan ein Streckenabschnitt bevor, der ihn vor die bisher größte Herausforderung stellt. 60 km auf dem Kanal, keine Strömung, dafür den ganzen Tag Regen.

Bei der detaillierten Auseinandersetzung mit dem Streckenabschnitt fällt auf – die Übernachtungsstelle liegt sogar noch einmal 8 km weiter. So werden aus 60, 68 km. Die Geschwindigkeit, die Stephan bisher auf dm Kanal gepaddelt ist beträgt ca. 5 km/h die Stunde. Das macht rund 14 Stunden Paddelzeit – ohne Pause.

Entsprechend früh fängt der Tag an. Um 5.30 Uhr ist Stephan auf dem Wasser und paddelt im Dunkeln den Kanal entlang. Kilometer um Kilometer, Stunde um Stunde. Unterwegs begleiten ihn PaddlerInnen aus unterschiedlichen Vereinen und begleiten ihn für ein Stück. Sie haben von der CleanUp Tour 2019 gehört und möchten Stephans Vorhaben unterstützen. An einem Tag wie heute ist diese Motivation noch willkommener als ohnehin schon.

Franziska wartet an einer Brücke kurz vor Senden, um zu schauen wie die Lage ist und Stephan mit neuem Proviant zu versorgen. In der Zwischenzeit beantwortet sie Mails, organisiert die kommenden CleanUp Events und die Ausstellung in Berlin.

Gegen 15 Uhr kommt er dann endlich mit Begleitung am Treffpunkt an. Die MitpaddlerInnen machen ihm Mut, aber es ist nicht abzusehen, ob Stephan es heute wirklich bis nach Münster schafft. Die Hände sind aufgequollen und er hat schon vereinzelt Blasen. Mit Schokolade und frischen Broten ausgestattet geht es weiter. Und weiter.

Stephan kämpft sich durch und erreicht gegen 19.30 Uhr das Ziel: den akademischen Ruderclub in Münster. Hier wird er schon erwartet und herzlich begrüßt.

Eine heiße Dusche und ein Topf Nudeln sorgen für Wohlbefinden und Freude über diese wahnsinns Leistung stellt sich ein, am Ende stellt sich auch noch heraus, dass es 72 km waren. Aber es zeigt sich auch wie groß die Erschöpfung ist, Bildbearbeitung ist heute nicht mehr möglich, Stephan muss sich erholen und geht schlafen. Denn morgen wartet die nächste Etappe auf ihn.

Wir danken der Bio-Zentrale für die Unterstützung auf diesen Streckenabschnitt.